Ethanol weiterhin als Desinfektionsmittel erlaubt
Die EU-Chemikalienagentur hatte erwägt den zentralen Bestandteil von Desinfektionsmitteln als krebserregend einzustufen. Nun gab es Entwarnung.
Die EU-Chemikalienagentur hatte erwägt den zentralen Bestandteil von Desinfektionsmitteln als krebserregend einzustufen. Nun gab es Entwarnung.
Ein Umbrella-Review analysierte elf Meta-Analysen zu GLP-1-Rezeptoragonisten bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas oder Typ-2-Diabetes. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen von Gewicht, HbA1c, BMI-z-Score und systolischem Blutdruck, ohne erhöhte Raten unerwünschter Ereignisse. Langfristige Sicherheitsdaten sind jedoch weiterhin begrenzt.
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim hat einen bislang nicht genauer charakterisierten neuronalen Mechanismus identifiziert, über den das Neuropeptid Oxytocin soziales Verhalten gezielt fördert – selbst in Notsituationen.
Auch im Gesundheitswesen findet immer mehr online statt, ob es nun um Terminvereinbarungen oder die Verwaltung der eigenen Daten in der ePA geht. Doch das schließt viele Menschen aus, zeigen aktuelle Zahlen.
Zwar ist die durchschnittliche Arbeitszeit bei Medizinerinnen und Medizinern gesunken, dennoch zählen sie nach wie vor zu den Erwerbstätigen mit überdurchschnittlich langen Arbeitszeiten.
Fast alle Menschen mit einem BMI ≥ 30 kg/m² weisen zusätzliche anthropometrische Merkmale erhöhter Fettmasse auf - und rund 80 Prozent erfüllen bereits Kriterien einer klinisch relevanten Adipositas mit messbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Vor diesem Hintergrund fragten sich Forschende: Macht die neue Adipositas-Einteilung in „klinisch“ versus „nicht-klinisch“ überhaupt Sinn?
Wie lange sollten Mütter im Idealfall stillen? Die Frage wird international unterschiedlich beantwortet. Eine neue S3-Leitlinie hat nun zwei konkrete Empfehlungen zur Stilldauer formuliert.
Der Vorschlag von KBV-Chef Gassen stößt in der Politik auf wenig Gegenliebe: Die Regierungsfraktionen von Union und SPD sprechen sich dagegen aus, die freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen abzuschaffen.
Ein Mediziner aus Niederbayern hat seine Abrechnungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung gefälscht. Nicht nur deswegen muss er ins Gefängnis.
Die Leitlinien der European Association of Urology empfehlen bislang einen einmaligen PSA-Test mit weiterer Abklärung auf ein mögliches Prostatakarzinom ab ≥ 3 ng/ml. Daten der PROBASE-Studie zeigten nun auf dem DKK 2026: Eine bestätigende Zweitmessung kann häufig unnötige invasive Diagnostik reduzieren.
Hat die elektronische Patientenakte (ePA) einen Fehlstart hingelegt? In einem ausführlichen Beitrag auf LinkedIn widerspricht Lena Dimde, verantwortlich für ePA bei der Gematik, dieser Einschätzung deutlich und plädiert für einen sachlichen Umgang mit dem Transformationsprojekt.
Die fetale Nackentransparenz (NT) ist ein etablierter Bestandteil des Ersttrimesterscreenings. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass auch bei chromosomal unauffälligen Feten mit zunehmender Nackentransparenz das Risiko für strukturelle Anomalien und ungünstige Schwangerschaftsverläufe steigt.
Die Unikliniken Magdeburg und Freiburg melden einen gemeinsamen Therapieerfolg: Mit neuem Immuntherapie-Ansatz konnte eine Patientin mit einer besonders schweren Form der seltenen Blutkrankheit Immunthrombozytopenie (ITP) erfolgreich behandelt werden. Zum Einsatz kam ein sogenannter T-Zell-Engager.
Periprothetische Gelenkinfektionen sind selten, aber folgenschwer. Neue Erkenntnisse legen nahe: Oft stammen die Erreger nicht von außen, sondern aus dem eigenen Mikrobiom – womöglich über einen „Trojanischen Pferd“-Mechanismus. Darm, Haut und Nasenschleimhaut rücken damit therapeutisch in den Fokus.
Die S3-Leitlinie zur onkologischen Ernährungsmedizin wurde nach elf Jahren aktualisiert: Sie spricht sich gegen restriktive Diäten bei Krebs aus. „Krebsdiäten“ und spezielle Fastenprogramme seien demnach nicht für Krebspatienten geeignet, bergen aber ein hohes Risiko für Mangelernährung, das auch zum Tod führen könne.
Die neue Stiko-Empfehlung zur Meningokokken-Impfung ist zwar mit der Übernahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie zum 18. Februar in Kraft getreten. Abgerechnet werden kann die Impfung aber noch nicht so einfach.
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie warnt vor gravierenden Versorgungslücken bei seltenen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Wiederholte Ablehnungen indizierter Off-Label-Therapien sowie drohende Regressforderungen führten zu schweren Krankheitsverläufen.
Laut Koalitionsvertrag plant die Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für das Praktische Jahr zu verbessern. Bislang ist auf diesem Feld aber noch nichts Nennenswertes passiert. Der Studierenden-Ausschuss im Hartmannbund ärgert sich darüber.
Eine 63-jährige Frau stellt sich mit starken rechtsseitigen Kopf- und Gesichtsschmerzen, Photophobie, Tinnitus und blutigem Ausfluss aus dem rechten Ohr vor. Die Ärzte vermuten eine eitrige Otitis media – doch die ist es nicht.
Ein zweijähriger Junge mit einer angeborenen Herzerkrankung hatte kurz vor Weihnachten eine Herztransplantation erhalten. Nun verstarb Domenico auf der Intensivstation des Monaldi-Krankenhauses in Neapel nach einer schweren Verschlechterung seines Gesundheitszustands. Der tragische Fall wird jetzt untersucht.
Schneller Wirkeintritt, kurze Behandlungsdauer, anhaltender Effekt: Eine Phase-IIa-Studie untersuchte intravenöses DMT bei moderater bis schwerer Depression. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Symptomreduktion gegenüber Placebo bei guter Verträglichkeit. Damit rückt ein kurz wirksames Psychedelikum als potenziell neuer Therapieansatz in den Fokus der klinischen Forschung.
Eine Abschaffung der TSVG-Zuschläge für Fachärztinnen und Fachärzte wird immer wahrscheinlicher. Auch die Bundesgesundheitsministerin hat sich dafür ausgesprochen. Die niedergelassene Ärzteschaft hingegen wehrt sich vehement gegen diesen Plan, so auch MEDI GENO.
Erstmals zeigen präklinische Daten, dass Tirzepatid (Handelsname Mounjaro) nicht nur Körpergewicht und Blutzucker beeinflusst, sondern auch den Alkoholkonsum reduziert. Offenbar scheint der Wirkstoff das dopaminerge Belohnungssystem zu beeinflussen und epigenetische Anpassungen zu bewirken. Die Forschenden hoffen nun auf neue Therapieansätze bei Alkoholabhängigkeit.
Eine Schwangerschaft verlangt dem weiblichen Organismus viel ab – auch dem Herz-Kreislauf-System. Genau darin liegt offenbar eine Chance für die Prävention: Bestimmte Blutwerte in der Schwangerschaft können Hinweise auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko Jahre später liefern.
Die spontane Koronardissektion gilt als eine weiterhin unterdiagnostizierte Ursache des akuten Myokardinfarkts bei jüngeren, häufig kardiovaskulär ansonsten gesunden Frauen. Das bestätigen aktuelle Daten. Diese weisen aber auch auf einen anderen bedeutenden Aspekt hin.
In der CDU ist von einem zu hohen Krankenstand die Rede - weshalb man die Krankschreibung per Telefon abschaffen will. Doch die SPD sieht das anders und verweist auf den Koalitionsvertrag.
Manche Krankenkassen bezahlen Zahnreinigungen, manche Krankenkassen Homöopathie. Nach Ansicht des Chefs der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Andreas Gassen, könnte an dieser Stelle gespart werden.
Gesundheitspolitische Themen waren auf dem CDU-Parteitag am Wochenende nur Randerscheinungen. Für die wenigen Beschlüsse, die es in der Sache gab, hagelt es erwartungsgemäß Kritik von der Opposition.
Die Diskussion über ein Primärversorgungssystem hat in den vergangenen Wochen an Dynamik gewonnen. Die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes ordnen im Gespräch mit dem änd die aktuelle Entwicklung aus hausärztlicher Perspektive ein.
Die Hyperkalzämie ist eine häufige und prognostisch relevante metabolische Komplikation bei Patienten mit malignen Erkrankungen. Nach klinischer Erfahrung scheint nicht nur die Zahl der Betroffenen zuzunehmen, sondern auch die Krankheitslast zu steigen – bei gleichzeitig eingeschränkter Überlebenszeit, berichtete Ulrike Nitschke aus Halle anlässlich des DKK 2026.
Es kann zu den schönsten Momenten des Lebens gehören - doch bis zu 50 Prozent der Frauen empfinden eine Geburt als traumatisch. Darüber berichtete Prof. Kerstin Weidner, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für psychosomatische Medizin (DGPM), in einer Pressekonferenz anlässlich des Psychosomatik-Kongresses vom 4. bis 6. März in Berlin.
Was tun bei invasiven Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) wie Bakteriämien, Sepsis oder Meningitiden? Das Robert Koch-Institut bietet im aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ (8/2026) Hilfe an. Das Bulletin enthält als Erstveröffentlichung den neuen RKI-Ratgeber zum Thema „Pneumokokken, invasive Infektion“.
Bewegung gilt seit Jahrzehnten als therapeutische Konstante in der Behandlung der Arthrose. Sie ist fester Bestandteil nationaler und internationaler Leitlinien und gilt als sichere, kosteneffiziente und breit einsetzbare Intervention. Eine aktuelle Übersicht im Fachmagazin RMD Open unterzieht dieses Paradigma einer umfassenden Neubewertung – mit Ergebnissen, die zur differenzierten Betrachtung anregen.
Die gute Nachricht: Datenschutzverstöße in Arztpraxen sind kein Massenphänomen, sagt das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht. Kommt es dennoch zu Problemen, liegen die Ursachen meist nicht in der Technik, sondern im Praxisalltag – bei Abläufen und Zuständigkeiten. Worauf Praxen deshalb achten sollten.
Ist es für Beschäftigte zu einfach, auch ohne den Gang in eine Arztpraxis eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu kommen? Die CDU dringt auf die Abschaffung einer umstrittenen Option.
In den laufenden Landtagswahlkämpfen hätte eine Festlegung der CDU auf einen 20-Punkte-Reformplan des Parteinachwuchses für Zündstoff sorgen können. Nun soll erstmal weiter diskutiert werden.
Mehrere Berufsverbände haben eine verbindliche Führungsstruktur für Krankenhäuser in Krisen- und Katastrophenlagen gefordert. Hintergrund sei die veränderte sicherheitspolitische Lage, die zuletzt auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz thematisiert wurde.
Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Ein intranasaler Impfstoff könnte erstmals einen breit angelegten Schutz gegen unterschiedliche respiratorische Erreger ermöglichen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die zwar bislang nur im Mausmodell erprobt wurde, doch zeigte: Die Vakzine wirkte gegen SARS-CoV2 und andere Viren, Bakterien und sogar Allergene.
Irgendwie waren sie ihrer Zeit voraus: Bakterien, die aus einer 5.000 Jahre alten Eisschicht einer Eishöhle in Rumänien isoliert wurden, kommen offenbar auch mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gut zurecht. Die lange auf Eis gelegten Mikroorganismen sind resistent gegen zehn „moderne“ Antibiotika – sie können aber auch anderen Bakterien das Leben schwer machen.
Angespannte GKV-Finanzlage, höherer medizinischer Bedarf in der Bevölkerung und gleichzeitig Fachkräftemangel: Die ambulante Versorgung steht unter Druck. Welche Weichen müssen nun gestellt werden? Die KV Sachsen-Anhalt zählt auf.
Am 8. März wählen die Baden-Württemberger einen neuen Landtag. Der änd hat die Wahlprogramme geprüft. Die FDP will einerseits Praxen entlasten, indem sie Gründungen erleichtert und Bürokratie abbaut. Zugleich will sie Versorgung enger vernetzen und die Patientensteuerung ausbauen.
Weltweit ist das Zervixkarzinom die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und selbst in Deutschland erkranken trotz Früherkennung und verfügbarer HPV-Impfung jährlich 4.300 Frauen neu an diesem Tumor. Woran liegt das und wie kann die Früherkennung zukünftig besser organisiert werden?
Der Marburger Bund kann einen Erfolg im Kampf um die Rechte von Ärzten in der Rufbereitschaft verbuchen: Die Vorgabe, während der Rufbereitschaft innerhalb von 30 Minuten „am Patienten“ verfügbar zu sein, ist unzulässig, bestätigte das Landesarbeitsgericht Niedersachsen.
Eine aktuelle Analyse aus den USA zeigt, dass knapp zwei Drittel der Erwachsenen innerhalb einer Woche mindestens ein Medikament einnehmen. Rezeptfreie Präparate sind dabei nahezu ebenso verbreitet wie verschreibungspflichtige Arzneien. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der gleichzeitig angewendeten Wirkstoffe deutlich.
Ein Frau verstirbt an einem metastasierten Ösophaguskarzinom. Kurz darauf verklagt die Familie das Krankenhaus, weil die radiologische Abteilung zusätzliche Diagnostik zur Abklärung eines fraglichen Zweitmalignoms eingeleitet hatte. Dies hätte zur Therapieverzögerung geführt. Hat das Krankenhaus tatsächlich einen Fehler gemacht?
Der Bund plant, ab kommendem Jahr keine neuen Mittel für den ÖGD-Pakt bereitzustellen. Dies könne gefährliche Folgen haben, warnt die Ärztekammer Westfalen-Lippe.
Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte hat eine neue Führungsspitze: Die Vertreterversammlung hat Markus Haist zum neuen Präsidenten gewählt. Wofür er sich einsetzen will, darüber hat er eine klare Vorstellung.
Angesichts der Probleme mit immer wiederkehrenden Störungen der Telematikinfrastruktur fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband eine Erhöhung der TI-Pauschale. Die HÄV-Spitze nimmt dabei in ihrer Kritik kein Blatt vor den Mund.
Nicht-genetische Faktoren haben bei Epstein-Barr-Virus-Infektionen einen großen Einfluss auf die Viruslast: Diese ist beispielsweise bei Rauchern und immungeschwächten Personen erhöht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.
Der Europäischer Rechnungshof sieht im EU-Krebsplan zwar wichtige Ansätze, warnt jedoch vor strukturellen Schwächen. Unklare Finanzierung, parallele Projekte und fehlende messbare Ziele könnten die Wirkung deutlich begrenzen