Prüfstelle muss tätig werden
Ein Krebspatient stirbt. Nach seinem Tod stellt die behandelnde urologische Praxis noch ein Rezept aus, das auch eingelöst wird. Die Krankenkasse fordert einen Regress – und bekommt vor Gericht Recht.
Ein Krebspatient stirbt. Nach seinem Tod stellt die behandelnde urologische Praxis noch ein Rezept aus, das auch eingelöst wird. Die Krankenkasse fordert einen Regress – und bekommt vor Gericht Recht.
Forschende aus Essen zeigen erstmals, wie Hantaviren die innere Architektur menschlicher Zellen umorganisieren, um ihre Vermehrung zu ermöglichen. Die Ergebnisse liefern Einblicke in zentrale Schritte der Virusreplikation und könnten Ansatzpunkte für zukünftige Therapien liefern.
Die Techniker Krankenkasse (TK) drängt auf schnelle Reformen, um die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren. Im ambulanten Bereich setzt die Kasse dabei vor allem auf die Abschaffung der TSVG-Zuschläge und eine Rückkehr zur Budgetierung der Haus- und Kinderärzte.
Künstliche Intelligenz (KI) könnte helfen, Lungenkrebs früher zu entdecken – selbst bei Patienten ohne Symptome und ohne klassische Risikofaktoren. Das zeigt eine Studie aus ländlichem Raum, wo Screeningprogramme nicht oder nur selten vorhanden sind.
Die erste Nacht im Dienst gehört zu den Momenten, die viele Ärztinnen und Ärzte nie vergessen. In einem persönlichen Essay im Fachmagazin JAMA beschreibt der Internist Mohammad Jay eindrücklich jenen ersten Nachtdienst als Assistenzarzt, der für ihn zum Wendepunkt wurde.
Glukokortikoidinjektionen gehören zu den etablierten Behandlungsoptionen bei schmerzhafter Kniearthrose. Zunehmend rückt dabei der infrapatellare Fettkörper als mögliche Quelle entzündlicher Prozesse in den Fokus. Eine randomisierte Studie hat nun geprüft, ob eine gezielte Injektion in dieses Gewebe klinische Vorteile bringen kann.
Ein Beamter setzt seine Dienstwaffe in der Notaufnahme eines Krankenhauses im bayerischen Erlangen ein. Zuvor hatte das ungewohnte Anliegen eines Mannes den Polizeieinsatz ausgelöst.
Eine einzelne intramuskuläre Injektion könnte künftig helfen, nach einem Herzinfarkt die Heilung zu unterstützen. Forschende haben eine experimentelle Therapie entwickelt, die den Körper dazu bringt, über mehrere Wochen hinweg ein herzschützendes Hormon zu produzieren.
Perianale Abszesse und Fisteln gelten bei Kindern meist als lokale Erkrankung. Eine multizentrische Studie zeigt jedoch: In einem Teil der Fälle kann dahinter ein Morbus Crohn stehen, besonders bei älteren Kindern.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will verhindern, dass die Zusatzbeiträge der GKV weiter steigen. Einsparungen sollen alle Bereiche des Gesundheitssystems betreffen – auch die Pharmaindustrie. Reformen soll es auch bei den Wirtschaftlichkeitsprüfungen geben.
Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen reagiert scharf auf Vorwürfe der Deutschen Stiftung Patientenschutz zur angeblich fehlenden Qualitätssicherung in Arztpraxen. Tatsächlich sei die ambulante Versorgung umfassend reguliert – während es in vielen Kliniken noch erhebliche Defizite gebe.
Eine der bislang größten populationsbasierten Analysen zum frühen Kindeswachstum untersuchte, ob sich vegane oder vegetarische Ernährungsweisen von Familien auf die körperliche Entwicklung von Säuglingen auswirken. Im Ergebnis zeigte sich eine temporäre Besonderheit in den ersten Lebenswochen.
Viele Menschen klagen im Frühjahr über Müdigkeit und Energielosigkeit. Bislang gab es keine Studien, die sich mit dem Phänomen auseinandergesetzt haben. Ein Forschungsteam aus Basel hat dies nun geändert und untersucht, ob die berühmte Frühjahrsmüdigkeit wirklich ein biologisches Phänomen ist.
Fast jeder in Thüringen hat eine Hausärztin oder einen Hausarzt. Doch vielen fällt es schwer, für ihre Beschwerden gleich die richtige Versorgung zu finden, wie eine Umfrage zeigt.
Die S3-Leitlinie „Demenzen“ wurde turnusgemäß aktualisiert. Sie enthält erstmals auch einen Vorschlag zur Behandlung von Alzheimer-Frühstadien mit den neu zugelassenen Antikörpern Lecanemab und Donanemab. Abgeraten wird hingegen nun von transkranieller Ultraschallpulsstimulation.
Ein biomimetisches Hydrogel könnte die Heilung an der Sehnen-Knochen-Grenze verbessern, indem es die natürliche Übergangsstruktur nachahmt und die gleichzeitige Regeneration mehrerer Gewebearten fördert – erste Versuche im Tiermodell waren erfolgreich.
GLP-1-Rezeptoragonisten gehören zu den wichtigsten Therapieoptionen bei Typ-2-Diabetes. Neben metabolischen Effekten werden auch Wirkungen auf zentrale Belohnungssysteme diskutiert. Eine große Kohortenstudie untersuchte nun mögliche Zusammenhänge mit substanzbezogenen Störungen.
Eine 61-jährige Patientin stellt sich mit Atemnot in einer Notaufnahme vor. Neben einem Pneumothorax offenbart das Röntgenbild eine seltene Erkrankung, deren Prognose ungünstig ist und oft nur durch eine Transplantation geheilt werden kann.
Nach einer Covid-Impfung ist eine Frau auf einem Ohr taub. Im Rechtsstreit mit dem Impfstoffhersteller kann sie am BGH einen Teil-Sieg feiern.
Kinder mit einem Gliom (pLGG) dürfen bald mit einem neuen Wirkstoff behandelt werden. Indikationserweiterungen gibt es für Pembrolizumab und für Asciminib bei Leukämie-Patienten mit Ph+ CML-CP.
Neue Bedarfsplanung, Stärkung der Selbstverwaltung und mehr Einbezug in die Klinikreform: Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat die KV eine Reihe von Forderungen formuliert.
Ein Forschungsteam aus Dresden hat mit MMP11 einen potenziellen Blutmarker für das metastasierte Prostatakarzinom identifiziert. Der Biomarker könnte helfen, aggressive Krankheitsverläufe früher zu erkennen und Therapieentscheidungen präziser zu steuern.
Die Lebenserwartung in Westeuropa driftet zunehmend auseinander: Seit Mitte der 2000er Jahre vertieft sich die Kluft zwischen Regionen mit hoher und mit stagnierender Lebenserwartung deutlich. Dies zeigt eine aktuelle Studie. Wo sortieren sich deutsche Regionen bei diesem Vergleich ein?
Wenn Betroffene von psychischen Störungen selbst grundlegende Besorgungen kaum noch bewältigen können, erschwert dies nicht nur ihre gesellschaftliche Teilhabe, sondern erhöht auch den Betreuungsbedarf und die Kosten erheblich. Doch was steckt psychologisch hinter Motivationsproblemen?
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Strafverfahren gegen den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingestellt. Im Bundestag stößt das auf Widerspruch.
Präeklampsie tritt häufig erst im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und entwickelt sich dann mitunter rasch. Eine große Kohortenstudie untersuchte nun, ob sich der kurzfristige Erkrankungsbeginn mithilfe klinischer Routinedaten dynamisch vorhersagen lässt. Die Ergebnisse zeigen, in welchem Gestationszeitfenster die Vorhersage besonders zuverlässig ist.
Der neue Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Dinglreiter, fordert Reformen im Gesundheitswesen. So spricht er sich dafür aus, Karenztage im Krankheitsfall zu prüfen und die Krankenhauszuzahlung auf 15 Euro pro Tag zu erhöhen.
Am 22. März wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Was planen die Parteien gesundheitspolitisch? Der änd hat sich die Wahlprogramme angeschaut. Heute: die CDU.
Menstruation ist ein physiologischer Prozess, dessen Wahrnehmung stark von kulturellen Normen geprägt wird. Eine große Befragung in Spanien untersucht nun, wie sich Menstruationsstigma auf Alltag, Bildung und Arbeitsleben auswirkt – und welche sozialen Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Ein junger Mann führte sich in autoerotischer Absicht schon des Öfteren Gegenstände in die Harnröhre ein, die er aber bislang ohne Hilfe entfernen konnte. Als er einen (noch) ungewöhnlicheren Gegenstand hierfür verwendet, muss er sich doch Hilfe in einer Klinik suchen.
Elternzeit ist heute oft Reisezeit: viele junge Paare erfüllen sich den Traum von einer längeren Fernreise – der nicht schulpflichtige Nachwuchs muss dann mit. Wer mit einem Säugling oder Kleinkind unterwegs ist, sollte aber wegen der erhöhten Gefahr schwerer Verläufe Malaria-Gebiete meiden.
Digitale Arztkonsultationen per Smartphone-App haben die medizinische Versorgung in vielen Ländern grundlegend verändert. Eine aktuelle gesundheitsökonomische Analyse aus Schweden zeigt nun, dass insbesondere junge Erwachsene Online-Angebote häufiger nutzen – allerdings besser ohne Zuzahlung.
Weniger Bürokratie, mehr Gestaltungsfreiheit – mit diesem Versprechen wirbt die FDP in Rheinland-Pfalz um Stimmen aus der Ärzteschaft. Sie will Praxen entlasten, Digitalisierung vorantreiben und den Wettbewerb über Qualität steuern.
Die Krankenkassen warnen vor Milliardenlücken und rufen nach Sparbeiträgen von Ärzten, Kliniken und der Pharmaindustrie. Das Problem liegt allerdings gar nicht dort, wo die Kassen suchen, meint änd-Kolumnist Dr. Matthias Soyka. Die eigentliche Ursache sieht er weniger in einer Kostenexplosion als vielmehr in einer Implosion der Einnahmen.
KI erkennt Hautkrebs, besteht medizinische Staatsexamina und beantwortet Patientenfragen rund um die Uhr. Auf einer Veranstaltung zur Rolle von KI im Gesundheitswesen rückte deshalb ein neues Beziehungsdreieck der Versorgung in den Mittelpunkt: Arzt, Patient und KI.
Das Gespräch beginnt harmlos. Ein paar freundliche Worte, ein Lob. Und dann der Satz: „Ich würde gern über mein Gehalt sprechen.“ Viele Praxisinhaber trifft er unvorbereitet, sagt Sybille Schultebraucks, Praxisberaterin bei der PVS Westfalen-Nord. Sie erklärt, wie Praxisinhaber solche Gespräche vorbereiten und auch ein Nein klar und wertschätzend formulieren können.
Ein 16-jähriger Schüler sucht wegen seit mehr als vier Stunden anhaltender starker präcordialer Schmerzen ein lokales Krankenhaus auf. Der Jugendliche ist zuvor gesund. Es bestehen keine bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren, auch eine familiäre Belastung für koronare Herzkrankheit ist nicht bekannt.
Augenerkrankungen können sich während einer Schwangerschaft erstmals manifestieren oder verschlechtern. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst zusammen, welche Therapien trotz begrenzter Datenlage eingesetzt werden können und wo besondere Vorsicht geboten ist.
Ein 44-jähriger Patient stellt sich mit einwöchiger Anamnese von Husten, Fieber und Hämoptysen in der Notaufnahme vor. Der ehemalige Raucher nutzt weiterhin E-Zigaretten und stellte sechs Wochen zuvor auf „herbal“-Vaping-Liquids aus einem Onlinehandel um.
In der Debatte über ein künftiges Primärversorgungssystem hat die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) angemahnt, den Blick nicht allein auf ein mögliches Primärarztmodell zu richten. Das Ziel müsse es sein, die gesamte ambulante Versorgung systematisch zu strukturieren.
Jüngere Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gehen deutlich souveräner mit Künstlicher Intelligenz um als ältere Kolleginnen und Kollegen. Das zeigt eine bundesweite Umfrage unter psychotherapeutisch tätigen Fachkräften.
Wie strukturiert und wirksam die chirurgische Weiterbildung in Deutschland tatsächlich verläuft, wird bislang kaum systematisch erfasst. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie schlägt deshalb erstmals konkrete Qualitätsindikatoren vor, mit denen sich Struktur, Ablauf und Ergebnisse der Weiterbildung transparent messen lassen sollen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dringt auf einen umfassenden Abbau bürokratischer Lasten in der ambulanten Versorgung. Die konkreten Vorschläge hat die Körperschaft nun in einem Infoblatt erneut gesammelt – und hofft auf Beachtung auch in der Politik.
Digitale Anwendungen sollen entlasten – doch im Praxisalltag fühlen sich Ärztinnen und Ärzte oft als Beta-Tester instabiler oder umständlicher Systeme. Vertreter der Ärzteschaft fordern deshalb seit Jahren, nur ausgereifte Tools in die Praxen zu bringen. bvitg-Geschäftsführer Sascha Raddatz weist diese Kritik zurück: „Die Branche hat geliefert“, sagt er im Interview mit dem änd.
A oder B: woher stammt der Mensch? Aus Afrika oder aus Bulgarien? Glaubt man einer Pressemitteilung der Uni Tübingen muss die Geschichte der Menschheit wohl umgeschrieben werden. Der Grund ist der Fund eines 7,2 Millionen Jahre alten Oberschenkelknochens.
Ein verbindliches Primärversorgungssystem muss aus Sicht des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg konsequent über die Hausarztpraxis organisiert werden. Die Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) soll nach Auffassung der Delegierten die Grundlage dafür sein.
In mehreren Ländern, besteht der Verdacht auf eine Verunreinigung von Spiel- und Bastelsand mit Asbest. Betroffen sind vor allem kleine Verpackungen für Indoor-Spiel- und Bastelaktivitäten, darunter farbiger, „magischer“ oder kinetischer Sand sowie Sand in dehnbaren Spielfiguren. Sand in Buddelkästen auf Spielplätzen ist hingegen nicht betroffen.
Eine 21-Jährige stellt sich mit akuter neurologischer Symptomatik vor. Seit acht Jahren lebt sie mit einem systemischen Lupus erythematodes mit artikulären, kutanen, renalen und hämatologischen Manifestationen sowie einer Hypothyreose. In den vergangenen vier Monaten setzte sie eigenständig ihre gesamte Medikation ab.
Eine Frau, Jahrgang 1978, entwickelt bereits früh typische Hautmanifestationen einer Fettstoffwechselstörung. Klinisch zeigen sich Xanthome im Bereich der Ellenbogen sowie an weiteren Streckseiten der Extremitäten. Das klinische Bild wirkt zunächst wie eine schwere Form der familiären Hypercholesterinämie, doch im Verlauf zeigt sich ein komplexerer Hintergrund.
Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für orthopädische Konsultationen – und führen nicht selten zu einem MRT. Doch wie aussagekräftig sind strukturelle Befunde der Rotatorenmanschette tatsächlich? Eine bevölkerungsbasierte Studie aus Finnland liefert dazu überraschende Daten und stellt verbreitete diagnostische Routinen infrage.