„Unzureichend, unausgereift und realitätsfern“
Scharfe Worte der Kritik findet der Vorstand der KV Sachsen-Anhalt für den Kabinettsbeschluss zur Notfallreform. Dieser sei „unzureichend, unausgereift und in zentralen Punkten realitätsfern“.
Scharfe Worte der Kritik findet der Vorstand der KV Sachsen-Anhalt für den Kabinettsbeschluss zur Notfallreform. Dieser sei „unzureichend, unausgereift und in zentralen Punkten realitätsfern“.
Manchmal wirkt ein tropischer Strandurlaub auf unangenehme Weise nach: Das Robert Koch-Institut weist auf einen „seit Ende 2025 anhaltenden Anstieg an Denguefieberfällen mit Exposition auf den Malediven“ hin. Auch in anderen Ländern Europas sei dies zu beobachten.
Eine Frau in ihren 80ern beginnt nach einer Therapiepause erneut mit Semaglutid – ohne ärztiche Absprache und Aufdosierung. Das scheint sich zu rächen und sie und entwickelt schwere Nebenwirkungen, die nicht nur gastrointestinale Symptome beinhalten.
Patientinnen und Patienten können auf eine mündliche Risikoaufklärung verzichten – aber nur unter engen Voraussetzungen. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main klargestellt. Entscheidend sei, dass der Verzicht „deutlich, klar und unmissverständlich“ erfolge und der Patient zumindest grob wisse, worauf er sich einlasse.
Gedächtniszellen des Immunsystems in der Nasenschleimhaut könnten eine Schlüsselrolle bei der frühen Abwehr von Influenzaviren spielen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Göteborg, veröffentlicht im „Journal of Experimental Medicine".
Der Klimawandel zeigt sich auch im Wandel der Infektionskrankheiten. Immer häufiger werden solche, die bislang nur durch Reisende eingeschleppt wurden, autochthon gefunden. PD Dr. Gregor Paul aus Augsburg gab beim Internistenkongress der DGIM anhand von Fallbeispielen einen Überblick für Klinik und Praxis.
Schon länger geht die Freie Apothekerschaft gegen die sogenannte Länderliste vor, die regelt, aus welchen Ländern Medikamente nach Deutschland versendet werden dürfen. Zweimal schon hat die FA eine gerichtliche Schlappe erlitten. Jetzt will sie vors Bundesverfassungsgericht ziehen.
Gesunde Ernährung, Abnehmen und mehr Bewegung können Typ-2-Diabetes wirksam vorbeugen. Allerdings profitieren nicht alle Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko in gleichem Maße von Lebensstil-Interventionen. Das geht aus einer neuen Studie hervor.
Asthma wird im Alltag noch oft wie eine episodische Erkrankung behandelt. Prof. Roland Buhl warb auf dem DGIM-Kongress dafür, dieses Verständnis zu korrigieren. Sein Vortrag zeigte, warum sich der Blick auf Asthma in mehreren Punkten verändert hat.
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin stellt eine neue, frei zugängliche Patienteninformation zur Spiroergometrie bereit. Ziel ist es, Patienten besser auf die anspruchsvolle Untersuchung vorzubereiten und gleichzeitig den Versorgungsalltag zu erleichtern.
In einem Wissenstest zur akuten Nierenschädigung hat die KI Ärzte und Medizinstudierende deutlich abgehängt. Können die Systeme bald eigenständig klinische Entscheidungen treffen?
Hamburg fordert mehr Einfluss bei der Vergabe von Kassenarztsitzen, um Versorgungslücken in benachteiligten Stadtteilen zu schließen. Die SPD sieht die Bundesgesundheitsministerin in der Pflicht.
Mit einem Eilantrag hat die Fraktion der Linken das Spargesetz von Ministerin Warken am Donnerstag auf die Tagesordnung des Bundestages gehoben. Die Regierungsparteien wiesen viele Kritikpunkte der Opposition zurück. Und: Das parlamentarische Verfahren habe ja noch gar nicht begonnen.
Prof. Ursula Müller-Werdan ist neue Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Die Direktorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der Berliner Charité hat bereits ein neues Leitthema für den nächsten Internisten-Kongress ausgewählt.
Ein 37-jähriger zuvor gesunder Mann stellt sich mit seit einem Tag progredienten Schmerzen und Schwellung des Skrotums vor. Die Beschwerden beginnen unmittelbar nach einer Fahrradtour mit lediglich oberflächlichen Hautabschürfungen.
120 Millionen Euro weniger für Baden-Württembergs Praxen, im Schnitt rund 8.800 Euro pro Einrichtung: Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor erheblichen Honorareinbußen durch das GKV-Spargesetz.
Eigentlich sollte sie Anfang April eröffnet werden, aber nun bleiben die Türen der „KVNO Startpraxis“ noch eine Weile geschlossen. Warum? Der änd hat bei der Körperschaft nachgefragt.
Der Wirkstoff Apilimod kann den Eintritt des Hepatitis-E-Virus in menschliche Leberzellen blockieren und damit eine Infektion unterbinden. Das teilt die Uni Bochum mit, die an der nun veröffentlichten Studie beteiligt ist.
Körperliche Aktivität gilt als zentraler Bestandteil der Sekundärprävention nach einem Myokardinfarkt. Doch oft wird Vorsicht walten gelassen, wenn es um den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs geht. Dafür gibt es keinen Grund, sagen nun Forschende auf dem Kongress ESC Preventive Cardiology 2026 in Ljubljana.
ASS, Clopidogrel, duale Hemmung: Bei der PAVK ist therapeutisch vieles möglich. Auf dem DGIM-Kongress ging es um die Frage, wann der Schritt zur Kombination sinnvoll ist – und welche Patienten davon besonders profitieren könnten.
Der Rettungsdienst in Berlin arbeitet oft am Limit. Das Abgeordnetenhaus beschließt einige gesetzliche Änderungen. Künftig sollen Rettungswagen für echte Notfälle reserviert werden.
Die S2k-Leitlinie „Therapie idiopathischer Apnoen, Bradykardien und Hypoxämien bei Früh- und Reifgeborenen“ wurde aktualisiert. Geändert hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion vor allem der Konsentierungsprozess, „bei dem jetzt auch der zuständigen Elternorganisation Gelegenheit gegeben wurde, Input zu geben“.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) stößt mit ihrem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf vielfältige Widerstände – auch in den eigenen Reihen. Gegen diese Kritik verteidigt nun der SPD-Sprecher für Gesundheitspolitik Dr. Christos Pantazis die Sparvorschläge.
„Wir lassen uns nicht vor den Karren einer zum Scheitern verurteilten Reformpolitik spannen“: Mit deutlichen Worten stellen KBV und Länder-KVen klar, dass der Kabinettsentwurf zur Notfallreform nicht von ihnen mitgetragen wird.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt können kognitive Einbußen nach sich ziehen. Das gilt als gut belegt. Doch beginnt der geistige Abbau womöglich schon vor dem eigentlichen Ereignis? Eine aktuelle Analyse liefert hier überzeugende Hinweise.
Menschen mit einer Psychose-Vorgeschichte haben nicht selten zusätzlich ADHS. Die Behandlung stellt Ärzte jedoch vor ein Dilemma: Psychostimulanzien gelten als wirksam bei ADHS, stehen aber im Verdacht, psychotische Episoden zu begünstigen. Eine aktuelle Studie hat den Zusammenhang untersucht.
Volle Sprechstunden, viele komplexe Fälle, kaum Luft zwischen den Terminen: Für manche Hausärztinnen und Hausärzte wird daraus schneller eine dauerhafte Belastung als für andere. Eine große europäische Studie zeigt, wer besonders gefährdet ist – und welcher Faktor im Praxisalltag eher entlastend wirken könnte.
Der Streit um die Kosten für Rettungseinsätze in NRW zieht sich schon seit Monaten. Der Gesundheitsminister zweifelt inzwischen, ob das alles noch „von großer Intelligenz geprägt“ ist.
Die Beiträge der gesetzlich Krankenversicherten kannten zuletzt nur eine Tendenz - nämlich aufwärts. Das könnte sich ändern, meint der GKV-Spitzenverband, nennt aber eine Bedingung.
Was in der konservativen Adipositastherapie lange kaum vorstellbar war, ist inzwischen Realität: Mit neuen Medikamenten lassen sich Gewichtsreduktionen erreichen, die früher fast nur nach bariatrischer Chirurgie möglich waren. Auf dem Kongress zeigte sich aber auch, warum von einer einfachen Lösung keine Rede sein kann.
Ein Teampraxis-Modell mit KI-Unterstützung – dafür hat sich Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger bei der Digitalmesse DMEA ausgesprochen. Ein KV-Vertreter warb für eine „Innovationsprämie“ für Praxen, die KI-Tools einsetzen.
Die Patientin stellt sich mit seit mehreren Wochen bestehender Hämoptoe und neu aufgetretenen pulmonalen Verschattungen vor. Sie erhält überdies zum Zeitpunkt der Aufnahme eine kombinierte Hormon- und Chemotherapie aufgrund eines rezidivierten Mammakarzinoms.
Ein besserer Austausch von Daten zwischen den Leistungserbringern, Unabhängigkeit vom Konnektor und langfristig geringere Kosten: Bei einer Diskussionsrunde zeigten sich Vertreter von Kassen, Leistungserbringern und der Gematik zuversichtlich zum Start der TI 2.0.
Forschende aus China fanden Mikro- oder Nanoplastik (MNP) im Gehirn von Patienten mit Hirntumoren vor allem in peritumoralem Gewebe. Bisherige Studien lieferten kontrovers diskutierte Ergebnisse zu MNP im Gehirn, doch auch die nun veröffentlichten Studienergebnisse werden von Fachleuten sehr kritisch gesehen.
Bewegungsmangel und Übergewicht haben bei Kindern aufgrund der „anderen Biomechanik“ gravierendere Verletzungen zur Folge. Auf diesen Zusammenhang wies der Kinderchirurg Prof. Dr. Martin Kaiser im Vorfeld des aktuellen Deutschen Chirurgie Kongresses in Leipzig hin.
Die Bundesregierung hat am heutigen Mittwoch die Notfallreform beschlossen. Ministerin Nina Warken (CDU) zeigt sich überzeugt davon, dass sie die Kassenärzte bei dieser Reform auf ihrer Seite hat.
Aufklärungsgespräche über Risiken, Therapien und Prävention sind das Fundament gemeinsamer Entscheidungsfindung in der Medizin. Doch oft bleibt die Information für die Patienten abstrakt, denn Zahlen werden genannt, ohne jedoch Kontext geliefert zu bekommen.
Erhöhte freie Schilddrüsenhormone bei nicht supprimiertem TSH wirken wie ein Widerspruch. Doch genau diese Konstellation kann im Alltag in die Irre führen. Warum hinter auffälligen Werten oft keine echte Hyperthyreose steckt, erläuterte Alice Schmidt auf dem DGIM-Kongress.
Künstliche Intelligenz dringt zunehmend in den Alltag junger Menschen vor – insbesondere in Form sogenannter „AI-Companions". Diese dialogfähigen Systeme versprechen emotionale Nähe und individuelle Interaktion. Doch welche Risiken oder auch Chancen sind damit tatsächlich verbunden?
Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung sind im Klinikalltag keine Ausnahme: Fast jede zweite befragte Person berichtet von solchen Erfahrungen. Der Deutsche Ärztinnenbund fordert deshalb verbindliche Regeln statt freiwilliger Selbstverpflichtungen.
In einem aktuellen Rundschreiben informiert die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft über Änderungen der Fachinformationen von Captopril, Cefixim, Kombinationen von Coffein/Codein/Paracetamol, Gabapentin, Piritramid und Simvastatin. Es hatten sich Hinweise auf relevante Sicherheitsbedenken ergeben.
Die Deutsche Telekom will künftig selbst elektronische Patientenakten für Krankenkassen anbieten und bringt damit Bewegung in einen bislang von zwei IT-Dienstleistern geprägten Markt. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich die Entwicklung bereits weit fortgeschritten auf dem Weg zur Zulassung durch die Gematik.
Es geht um hohe Verluste wegen fehlgeschlagener Investments. Im Raum steht der Verdacht der Korruption. Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer beschäftigt die Berliner Justiz an vielen Stellen.
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit der Menschen in Europa aus: Die Zahl hitzebedingter Todesfälle ist im Zeitraum von 2015 bis 2024 gegenüber 1991 bis 2000 in 99,6 Prozent der untersuchten Regionen gestiegen. Zudem beginnt die Pollen-Saison von allergenen Baumarten bis zu zwei Wochen früher.
24/7-Dienste, mehr Steuerung, bessere Versorgung – die Bundesregierung setzt bei der Notfallreform auf große Versprechen. Hausärzteverband und KBV halten dagegen: Es fehle an Personal, die Reform ziehe Ressourcen aus den Praxen ab. Auch der GKV-Spitzenverband mahnt, die KVen nicht zu überfordern.
Ein 53-jähriger Mann stellt sich mit akut einsetzendem, drückendem Thoraxschmerz, Übelkeit und Erbrechen in der Notaufnahme vor. Die Beschwerden beginnen in den frühen Morgenstunden kurz nach einem Anruf zum Geburtstag.
Die Menschen werden immer älter und mit dem Alter kommen die kognitiven Einschränkungen. Prof. Claudia Bartels aus Göttingen gab beim Internistenkongress der DGIM einen Überblick über die erste Diagnostik bei Patienten mit Alzheimer-Verdacht in der Hausarztpraxis.
Die elektronische Patientenakte kommt in den Praxen an – langsam zwar, aber mit kleinen Erfolgen. Doch es gibt auch immer noch Hürden. Auf dem DGIM-Kongress berichteten Ärztinnen und Ärzte, wo die ePA heute schon hilft und warum sie ihr Potenzial noch nicht ausschöpft.
Immer wieder wird in der Debatte über Sparmaßnahmen der GKV die Forderung nach einer Reduzierung der Zahl der Krankenkassen laut. Doch würde das wirklich viel bringen? Dazu äußert sich eine Gesundheitswissenschaftlerin der Uni Jena.
Die Idee klingt gut: Algorithmen analysieren große Gesundheitsdatensätze und helfen Ärztinnen und Ärzten, Risiken frühzeitig zu erkennen oder Therapien zu steuern. Doch was, wenn die Datenbasis selbst unsicher ist?