Druck von Ärzteverbänden nicht nachgeben
An den Reformplänen von Nina Warken gibt es viel Kritik. Die Krankenkassen schicken eine Mahnung an die Gesundheitsministerin.
An den Reformplänen von Nina Warken gibt es viel Kritik. Die Krankenkassen schicken eine Mahnung an die Gesundheitsministerin.
Digitale Gesundheitsanwendungen können Patienten helfen – aus Sicht der KV Westfalen-Lippe bergen sie für Praxen aber auch Risiken. Vizechefin Dr. Anke Richter-Scheer warnt vor möglichen Regressen und rät zu genauer Prüfung vor jeder Verordnung.
Ein Arztbrief an den Hausarzt, und das ohne Zustimmung der Patientin: Der aktuelle Tätigkeitsbericht der Datenschutzbeauftragten aus Schleswig-Holstein zeigt, wie schnell im Praxis- und Klinikalltag DSGVO-Verstöße passieren können.
Der Bundesgerichtshof befasst sich Anfang Mai mit der umstrittenen Vergabe von Ärztesiegeln. Im Zentrum steht die Frage, ob Auszeichnungen wie „Top Mediziner“ Verbraucher irreführen – oder zulässige journalistische Bewertung sind.
Der Patient stellt sich mit typischer biliärer Kolik vor. Laborchemisch zeigen sich unauffällige Leberwerte und keine Entzündungszeichen. In der Bildgebung allerdings sehen die Ärzte plötzlich doppelt.
Forschende haben erstmals künstliche Neuronen entwickelt, die nicht nur Hirnsignale imitieren, sondern direkt mit echten Nervenzellen interagieren können. Die Technologie könnte neue Wege für die Medizin und energieeffiziente KI eröffnen.
In der kommenden Woche findet in Leipzig der 143. Deutsche Chirurgie Kongress (DCK 2026, 22. – 24. April) statt. Die Kernfrage, die den Kongresskalender durchzieht, lautet: Wie geht es weiter, mit dem Einsatz von KI, mit der Ausbildung und auch bei Kriegen und Katastrophen?
Fehlanreize, Doppeluntersuchungen, unnötige Leistungen: DEGAM-Präsidentin Eva Hummers verteidigt die GKV-Sparvorschläge. Sie kritisiert strukturelle Schwächen im System und fordert eine stärkere Ausrichtung der Versorgung am tatsächlichen Nutzen.
Die Gesundheitsministerin will das alle zwei Jahre mögliche Hautkrebs-Screening nicht mehr von den Kassen bezahlen lassen, wenn keine Symptome vorliegen. Aus der SPD erntet sie heftigen Widerspruch.
Gesundheitsministerin Warken hält ihr Sparpaket für ausgewogen, doch es gibt viel Kritik. Die CSU fordert Änderungen, Verdi will es nicht dabei belassen.
Altern gilt häufig als Synonym für Abbau. Eine US-amerikanische Langzeitstudie rüttelt an diesem vertrauten Bild und macht auf einen Aspekt des Alterns aufmerksam, der leicht aus dem Blick gerät. Im Zentrum steht die Frage, ob das höhere Lebensalter tatsächlich so eindeutig verläuft, wie oft angenommen wird.
Ein seit über 40 Jahren etabliertes Konzept in der Pädiatrie gerät ins Wanken. Neue Daten aus den USA stellen den vielzitierten Adipositas-Rebound grundlegend infrage. Im Zentrum steht die Frage, ob der BMI-Anstieg im Vorschulalter tatsächlich Fettzunahme abbildet – oder etwas ganz anderes.
Mit der alternden Bevölkerung wächst auch die Zahl älterer Patientinnen und Patienten, die sich einer Schilddrüsenoperation unterziehen. Doch bedeutet ein Lebensalter ab 65 Jahren automatisch ein höheres Komplikationsrisiko?
Viele Praxen suchen verzweifelt MFA – und bekommen trotzdem keine Bewerbungen. Dr. Oliver Schmidt sagt: Das Problem liegt nicht am Markt, sondern an den Hürden. Mit einer eigenen Plattform will der Kardiologe das System umkrempeln.
In Hessen warten viele Patienten ohne Versicherung noch immer auf verlässliche Unterstützung. Die Ärztekammer drängt die Landesregierung, zugesagte Hilfen endlich umzusetzen.
Nach der änd-Umfrage zu möglichen HVM-Verschärfungen melden sich weitere KVen zu Wort und verschärfen den Ton in Richtung Politik. Werde die Vergütung noch weiter begrenzt, drohten weniger Termine und längere Wartezeiten.
Erster Stimmungstest nach Bekanntwerden des GKV-Spargesetzes: Auf der Vertreterversammlung der KV Westfalen-Lippe findet KVWL-Chef Dr. Dirk Spelmeyer deutliche Worte. Und auch in der anschließenden Debatte unter den Delegierten wird deutlich, wie groß der Frust bei den Niedergelassenen ist.
Treten nach operativer Versorgung Infektionen im Frakturgebiet auf, kann dies erhebliche Herausforderungen mit sich bringen. Unter Federführung der Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.v. entstand nun eine neue Leitlinie, die sich speziell fakturassoziierten Infektionen widmet und klare Empfehlungen ausspricht.
Ein Mann in seinen 30ern stellt sich mit einer seit drei Jahren progredienten linearen Einziehung im Bereich der zentralen Stirn vor, die initial infolge einer geringfügigen Kratzverletzung durch einen Fingernagel auftrat.
Gabapentinoide werden millionenfach verordnet, immer häufiger auch off-label. Die kritische Phase für arzneimittelbedingte Intoxikationen könnte womöglich früher beginnen als häufig angenommen – und nicht erst unter laufender Behandlung. Darauf deutet eine große Studie aus England hin.
„Nicht nur auf Endoskopie verlassen“, das fordern Forschende aus Cambridge. Denn sie fanden heraus: Auch wenn Vorstufen von Speiseröhrenkrebs oft nicht mehr sichtbar sind, gehen sie offenbar immer aus einem Barrett-Ösophagus hervor. Die Erkenntnisse könnten die Früherkennung grundlegend verändern.
Mit festen Terminfristen, Sanktionen und einer zentralen Plattform will die Linksfraktion die Vergabe von Facharztterminen neu ordnen. In der Bundestagsdebatte am Freitag stießen die Vorschläge auf breite Skepsis.
Ein positiver Rhinovirusnachweis wird im Alltag meist als Hinweis auf eine aktuelle oder kürzlich abgelaufene Infektion verstanden. Neue Daten aus einer Studie bei Kindern werfen nun die Frage auf, ob Mandeln auch als Ort einer länger anhaltenden Virusausscheidung infrage kommen.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband dürfte sich wohl erstaunt die Augen gerieben haben, beim Durchblättern des Entwurfs zum GKV-Spargesetz. Denn dieser enthält Regelungen, welche die HzV doch erheblich schwächen könnten. Entsprechend verärgert reagiert der HÄV-Vorstand.
Große Hoffnungen ruhten auf Antikörpern gegen Beta-Amyloid bei der Alzheimer-Krankheit. Doch laut G-BA konnte bisher kein Zusatznutzen belegt werden. Die DGPPN stellt diese Bewertung nun infrage. Gleichzeitig sieht ein aktueller Cochrane-Review keinen relevanten Effekt der Medikamente.
Zu viele Arztkontakte und zu wenig Koordination: Der Gesundheitssoziologe Claus Wendt sieht große Defizite im deutschen Gesundheitssystem. Er spricht sich für eine stärkere Primärversorgung und mehr Delegation aus.
Das Robert Koch-Institut (RKI) weist auf einen aktuellen Ausbruch mit seltenen Salmonellen hin. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, insbesondere im Osten Deutschlands. Eine ältere Person starb. Eine Nuss-Nougat Creme wurde nun öffentlich zurückgerufen.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm hat sich in einem Interview mit dem Tagesspiegel für eine Neuordnung der Kassenlandschaft ausgesprochen und dabei auch Fusionen ins Spiel gebracht. „Auch das Krankenkassensystem darf kein Tabu sein“, betonte er.
Live-Stream vom Arbeitsplatz? Was heute keine Ausnahme mehr ist, kann insbesondere für Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen gravierende Folgen haben. Darauf weist der hessische Datenschutzbeauftragte hin.
Die Gesundheitsministerin plant ein großes Sparpaket. Im Zuge dessen will sie auch die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern abschaffen. Aber nicht nur aus finanziellen Gründen.
Die geplanten Sparmaßnahmen werden nach Auffassung des Spitzenverbandes Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) Facharztpraxen dazu zwingen, ihr Leistungsangebot an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen, und zu spürbaren Einschnitten in der Versorgung gesetzlich Versicherter führen.
Markus Haist ist seit Februar offiziell neuer Präsident des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte. Wie der 62-jährige Gynäkologe den Verband nun stärken will und was er zu aktuellen gesundheitspolitischen Reformplänen sagt, verriet er dem änd im Interview.
Jetzt haben es die Vertragsärzte schwarz auf weiß: Der Referentenentwurf zur Stabilisierung der GKV-Beiträge greift an mehreren Stellen in die Vergütung ein. Betroffen sind nicht nur Fachärzte – auch bei der HzV sind Einschnitte geplant.
Nicht jeder in sozialer Isolation fühlt sich einsam. Gleichzeitig kann das Gefühl von Einsamkeit auch in Gemeinschaft auftreten. Nun haben Forschende herausgefunden, dass Einsamkeit mehr sein könnte, als eine unschöne Empfindung,
Fachkräftemangel, immer mehr kränkere Patienten, dazu internationale Krisen und der Klimawandel: Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) sieht das Gesundheitssystem an der Belastungsgrenze. In einem aktuellen Papier fordert sie einen Umbau der Versorgung.
Dass die von der Regierung geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie auf der Seite der Arbeitgeber nicht gerade als Geniestreich gefeiert wird, war der Presse in den vergangenen Tagen deutlich zu entnehmen. Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) schreibt in der Sache nun an den Kanzler.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat das DMP Osteoporose umfassend überarbeitet. Künftig können sich Männer mit behandlungsbedürftiger Osteoporose bereits ab 50 Jahren einschreiben. Und es gibt weitere Anpassungen.
Das Jüdische Krankenhaus Berlin ist finanziell angeschlagen. Wie geht es jetzt weiter? Ein Vorschlag lautet mehr Spezialisierung.
Wie stark der Körper auf akuten Stress reagiert, könnte auch im Darm mitbestimmt werden. Eine Studie mit gesunden Erwachsenen zeigt erstmals einen Zusammenhang zwischen Mikrobiomvielfalt, bakteriellen Stoffwechselprodukten und der Cortisolantwort auf Stress.
Die S3-Leitlinie zur Behandlung von Steißbeinfisteln (Sinus pilonidalis) wurde aktualisiert. Neu aufgenommen wurde beispielsweise ein Kapitel zu den Besonderheiten von Diagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen. Auch der Stellenwert der Laser-Haarentfernung bei der Rezidivbehandlung wurde untermauert.
Die Bundesregierung will die elektronische Patientenakte (ePA) zur zentralen Plattform der Versorgung ausbauen. Doch genau diesen Ansatz sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisch. Würden Terminvermittlung oder andere Dienste eng an die ePA gekoppelt, drohe ein indirekter Nutzungsdruck und damit eine Aushöhlung des Widerspruchsrechts.
Wer selten eine Hausarztpraxis aufsucht, gilt im Alltag schnell als eher gesund. Doch einer britischen Kohortenstudie zufolge ist das Gegenteil der Fall: Forschende überprüften den Zusammenhang von Krebsdiagnosen und Konsultationsverhalten, und stellten Überraschendes fest.
Auch für das Alzheimer-Mittel Donanemab sieht der G-BA keinen belegten zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu älteren Behandlungen.
Das Verzehren von Fisch und Meeresfrüchten gilt gemeinhin als gesund: Schwangere und stillende Frauen sollten aber Fischarten meiden, die besonders hohe Mengen an Methylquecksilber enthalten, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aktuell auf seiner Webseite.
Eine Tonsillektomie erfolgt in der Regel zurückhaltend. Wenn jedoch atypische, derbe oder polypoide Veränderungen auftreten, können sie rasch den Verdacht auf Krebs lenken – auch bei Kindern. Zwei Fallberichte beschreiben das konkrete Vorgehen bei Kindern, bei denen auffällige fibröse Wucherungen der Tonsillen aufgefallen waren.
Das Sparpaket von Ministerin Warken sei „relativ ausgewogen“ und auch die Ärzteschaft müsse einen Sparbeitrag leisten – mit diesen Aussagen hatte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt für Diskussionen gesorgt. Widerspruch kommt nun von MB-Chefin Dr. Susanne Johna.
Das IQWiG hat den Nutzen niedriger Altersgrenzen und einer kürzeren Koloskopie-Frequenz für Menschen ohne Krebsverdacht bzw. erhöhtes Krebsrisiko untersucht. Das Fazit ist eindeutig, zeige aber Optionen für mögliche G-BA-Entscheidungen auf, so das Institut.
4,4 Milliarden Euro könnten durch eine Modifizierung der Familienversicherung eingespart werden, hat die Finanzkommission Gesundheit ausgerechnet. Die Gesundheitsministerin will diese Maßnahme umsetzen – allerdings in etwas anderer Form und mit einem dann deutlich kleineren Einspareffekt.
Ein neuer digitaler „Medikationsbrief“, der per KIM-Dienst verschickt wird, soll die Zusammenarbeit von Praxen und Apotheken verbessern und Rückfragen erleichtern.
Ein flächendeckender 24/7-Fahrdienst ist nach Ansicht des Bayerischen Facharztverbands (BFAV) nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv. Und: Angesichts ohnehin knapper Facharzttermine müssten die Hausärzte diese zusätzlichen Dienste alleine stemmen.